New York Philharmonic

Ergebnisse

  • In der ersten, dreijährigen Projektphase werden 1,3 Mio. Seiten an Archivmaterial aus der „Internationalen Ära“ von 1943 bis 1970 archiviert. Das Material umfasst u. a. 3200 Programme, 8000 Ordner mit Geschäftsunterlagen, 4200 Fotoplatten, 8500 Fotografien und 72 Hefter mit Zeitungsausschnitten.
  • Zum Ende der ersten Phase wird Alfresco 10 Millionen Nodes mit einer Datenmenge von 5 TB halten.
  • Implementierung einer äußerst skalierbaren Content-Plattform, die später ganze digitalisierte Datenarchive sowie bereits digital erstellte Datensätze sowie Ton- und Videoaufnahmen enthalten wird (geschätzte 2 Petabyte an Daten).
  • Implementierung von Solr zur Erstellung einer einfachen Navigationsstruktur und schneller, relevanter Suchergebnisse.
  • Skalierbares Content-Eingabesystem mit OpenMigrate-Toolset von TSG.
  • Individuelle Metadaten-Strukturen zur Inhaltsindizierung und zur Angabe des Materialkontexts.
  • Cluster-Umgebung sorgt für ständige Verfügbarkeit aller Inhalte.

Herausforderungen

Die New Yorker Philharmoniker wurden 1842 gegründet und sind damit das ältestes Symphonieorchester der USA und das drittälteste der Welt. Damit zählt auch das Archiv der Philharmoniker zu den ältesten und wichtigsten Forschungssammlungen der Welt. Es enthält Zeugnisse der gesamten Geschichte der Philharmoniker und seiner über 15.000 Aufführungen auf der ganzen Welt und ist ein wichtiges Archiv der Kulturgeschichte nicht nur von New York.

Im September 2009 erhielten die New Yorker Philharmoniker 2,4 Millionen US-Dollar von der Leon-Levy-Stiftung zur Digitalisierung von 1,3 Millionen Seiten an Archivmaterial, um es Forschern, Musikern, Studenten und der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich zu machen. Die Sammlungen enthalten Material, das zurückgeht bis zum ersten Konzert der Philharmoniker im Jahr 1842. Die erste Phase des Digitalisierungsprojekts konzentriert sich jedoch auf die „Internationale Ära“ von 1943 bis 1970. Dazu müssen u. a. 1300 Partituren mit Kommentaren von Leonard Bernstein und André Kostelanetz, 3200 Programme, 8000 Ordner mit Geschäftsunterlagen, 4200 Fotoplatten, 8500 Fotografien und 72 Hefter mit Zeitungsausschnitten digitalisiert werden.

Die Philharmoniker sind eine der ersten großen Einrichtungen, die ein Digitalisierungsprojekt dieses Umfangs angehen, um das digitalisierte Material vollständig weltweit verfügbar zu machen. Dazu war ein besonders skalierbares Dokumentenmanagementsystem erforderlich, das mit intensiver und ständiger Nutzung und dem ständigen Streaming großer Datenmengen leicht fertig wurde. Die Lösung musste kostengünstig sein, große Dateien verarbeiten können und über leistungsstarke Funktionen zur Verwaltung digitaler Datenbestände verfügen.

Der Blick fiel auf Open-Source-Technologie, da diese leicht skalierbar, zuverlässig und kostengünstig ist.

Open-Source bietet zudem mehr Flexibilität bei der Entwicklung einer Lösung, die langfristig nachhaltig ist und problemlos gemeinsam mit anderen Einrichtungen genutzt werden kann.

Lösung

Die Philharmoniker sahen sich verschiedene Open-Source-Lösungen für Content-Management an und untersuchten insbesondere Alfresco Enterprise und Fedora Commons, einen Open-Source-Rahmen für digitale Speicher, der häufig für digitale akademische Archive genutzt wird. Schließlich entschied man sich für Alfresco, weil es sich dabei um ein kommerzielles Produkt mit entsprechendem Support handelte, es sich problemlos auf einen größeren Bestandsumfang skalieren lässt, alle Dateitypen unterstützt und eine starke Entwickler-Community aufweist. Außerdem lässt sich Alfresco als Content-Plattform für das neu hinzukommende und bereits digitale Material der Philharmoniker nutzen und auf die speziellen Anforderungen heute und in Zukunft anpassen.

Bei der Umsetzung der Alfresco-Lösung und der Optimierung des Dateneingabeprozesses wurden die Philharmoniker von der Technology Services Group (TSG), einem Partner von Alfresco, unterstützt. Die OpenMigrate-Software von TSG steuert den Fluss aller Metadaten und Bilddateien in und aus dem Alfresco-Repository.

Dies erlaubt Metadaten-Importe in größerem Umfang und die Eingabe von Bilddateien und macht die Inhalte webfähig, indem sie in der Frontend-Suchanwendung Solr indiziert werden.

Das Renditioning erfolgt vor der Eingabe mithilfe von ImageMagick, einer Open-Source-Software, die JPEG-Bilddateien in weboptimierte Dateien verschiedener Größe konvertiert.

Die Philharmoniker setzen geclusterte Windows-Server ein, sodass die Konvertierung der Bilddateien und die Dateneingabe auch auf die ehrgeizigsten Zeitvorgaben angepasst werden kann. Täglich werden etwa 120.000 JPEG-Bilddateien eingegeben und bis zu 75.000 Dateien werden gelöscht und durch korrigierte Bilddateien ersetzt. Gleichzeitig muss die Frontend-Lösung für eine schnelle Bereitstellung der Inhalte für die öffentliche Nutzung sowie die interne Prüfung gewährleisten. Die erfordert ein äußerst skalierbares System wie Alfresco, damit eine korrekte Indizierung gewährleistet wird und gleichzeitig ein schnelles Abrufen und Bearbeiten von Inhalten möglich ist.

Zur Anzeige der digitalisierten Datenbestände wird der Open-Source GNU BookReader genutzt, der ursprünglich von Internet Archive entwickelt wurde und nun in der Open Library (openlibrary.org) verfügbar ist. Mit diesem Viewer lassen sich einzelne Seiten schwenken, vergrößern und drehen, Miniaturansichten anzeigen und Dokumente durchblättern. Die unglaubliche Detailgenauigkeit bei der Erfassung der fotografischen Bestände und die strikten Verfahren zur Qualitätskontrolle sorgen dafür, dass die digitalen Bestände dem Benutzer mehr Möglichkeiten geben als er hätte, wenn er die eigentliche Fotografie in Händen hielte.

Ergebnis

  • Das digitale Archiv der New Yorker Philharmoniker wird über 1,3 Millionen Seiten an Material aus der „Internationalen Ära“ von 1943 bis 1970 enthalten.
  • Alfresco stellt dabei die Content-Plattform für das Projekt und wird bei Abschluss der gegenwärtigen Phase über zehn Millionen Nodes mit 5 TB an Daten halten.
  • Das digitale Archiv ist weltweit frei verfügbar und verfügt über eine umfassende Suchfunktion und eine benutzerfreundliche Dokumentanzeige.
  • In den ersten vier Monaten wurde das digitale Archiv 47.800 Mal aufgerufen – davon waren 34.000 Besucher „Unique Visitors“. 5.264 Besucher riefen die Seite mindestens neunmal auf, 885 davon mindestens 100 Mal. Die von Leonard Bernstein verwendete und annotierte Partitur von Mahlers Neunter Symphonie wurde fast 25.000 Mal angesehen.
  • Das Projekt wurde in den New York Times, dem Wall Street Journal, MusicalAmerica.com, Ariama.com, The Rest is Noise (dem Blog des New Yorker-Kritikers Alex Ross), Playbill.com, WQXR.org und zahlreichen anderen amerikanischen und internationalen Medien aufgegriffen.

Ausblick

Die Philharmoniker haben auf Alfresco 3.4.1 aktualisiert und fahren mit der Digitalisierung von Inhalten und deren Aufnahme in Alfresco fort. Geplant ist, in den nächsten zehn Jahren den gesamten Bestand von acht Millionen Seiten an Dokumenten und 7000 Stunden an Ton- und Bildaufnahmen zu digitalisieren. Die Philharmoniker unterstreichen damit einmal mehr ihren Wunsch, möglichst umfassenden Zugriff auf ihre Sammlungen gewähren zu können. Nach Abschluss des Projekts werden über 2 Petabyte an Daten und über 160 Jahre an Archivmaterial ständig abrufbar sein. Die Philharmoniker möchten Partnerschaften mit akademischen Einrichtungen und Musikkonservatorien eingehen, um Lehrpläne zu erstellen, die auf dem im digitalen Archiv verfügbaren Material basieren.

Zudem möchte man mit der Activiti BPM-Plattform, einer leichten Workflow- und Business Process Management-Software von Alfresco, den Prozess zur Genehmigung von Inhalten weiter optimieren.

Druckerfreundliche PDF herunterladen